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Staatliches Berufsbildendes Schulzentrum 98646 Hildburghausen


 
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Schülerlesebrief

 

 

 

 

Lesebrief zum Schülerparlament im Thüringer Landtag

Als ich gefragt wurde, ob ich am diesjährigen Schülerparlament des Landtags 2009 teilnehmen möchte, sagte ich ohne zu zögern sofort zu. Diese einmalige Chance muss man unbedingt nutzen, dachte ich mir!

Mein Name ist Christopher Other und ich bin Schüler der 13. Klasse des Beruflichen Gymnasiums am SBZ Hildburghausen. Folgend möchte ich meine Erlebnisse an den insgesamt vier Tagen in den Räumen des Landtages in Erfurt schildern:

Ich wurde, wie die anderen 88 Schüler, von einem Abgeordneten des Thüringer Landtags entsandt um auch einmal einen Einblick in die aktive politische Arbeit von Fraktionen und Ausschüssen zu bekommen.

Die Jugendlichen fanden sich insgesamt viermal in Erfurt ein. An den ersten beiden Tagen im Februar wurden uns die formalen Abläufe des Parlamentarismus vorgestellt und näher erläutert. Ebenso wurden in den Arbeitskreisen sechs vorgeschlagene Themen, zwei von jeder Fraktion, reichlich diskutiert.

Am 11. und 12. März 09 haben dann die Ausschüsse getagt und die ausgearbeiteten Anträge im Plenum vorgestellt bzw. darüber abstimmen lassen. 

Aufgrund meiner Berufung durch Herrn Dr. M. Krapp, saß ich in der Fraktion „Team junges Thüringen“. Sie stellte sozusagen die „CDU-Parlamentarier“ dar. Die „Rotkehlchen“ waren stellvertretend auf den Plätzen der Fraktion „Die Linke“. Die 15 Abgeordneten der SPD trugen im Schülerparlament den Namen „Willy Brandts Enkel“.

Im diesjährigen Schülerparlament gab es sechs Ausschüsse. Ich war als Mitglied in den Ausschüssen für „Klimaschutz an Thüringer Schulen“ und „Mehr männliches Personal in Thüringens Schulen“ beteiligt.

Im Klimaschutz-Ausschuss wurde durch unsere Mehrheit beschlossen, dass in den Thüringer Schulen die Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Schüler und Lehrer hinsichtlich des Umweltschutzes deutlich verbessert werden sollen z.B. über Projektwochen und neue Lehrinhalte in Lehrplänen.

Ebenso soll durch die Landesregierung geprüft werden, ob Mittel aus dem „Konjunkturpaket II“, für die Sanierung alter Schulen zur Verbesserung der Klimabilanz, genutzt werden können. Im Ausschuss für „Mehr männliche Erzieher und Lehrer in Thüringen“ wurde einstimmig dafür votiert, dass für die Entwicklung von Kleinkindern und Jugendlichen auch der Mann als Bezugsperson wichtig und somit die Ausbildung derer entsprechend zu fördern ist.

In den weiteren vier Ausschüssen ging es um Jugendschutz zum Thema „Killerspiele – Verbot ja oder nein?“, um die faire „Lehrerbewertung im Internet“, um die „Förderung musikalischer Bildung“ und um die „Förderung des Jugendradrennsports“ in Thüringen.

So sprachen wir uns eindeutig gegen ein Verbot von Killerspielen aus, weil das die eigentlichen Probleme nicht lösen kann und besser über Präventionsarbeit zu lösen ist. Die Lehrerbewertung sollte unserer Meinung nach an konkrete Kriterien geknüpft werden, sodass man vergleichbare und faire Ergebnisse erzielen kann. Die musikalische Förderung wird bereits durch verschiedene Projekte der Landesregierung forciert und der Jugendradrennsport soll trotz der Dopingvorwürfe im Profibereich, weiter unterstützt werden, da hier auch besonderer Wert auf Prävention gelegt wird.

Im Parlament kam es dann zu abschließenden interessanten Debatten und Aussprachen, wo auch viele unterschiedliche Ansichtsweisen zu Tage traten.

Unsere Entscheidungen und Beschlüsse wurden am 12. März 09 der Landtagspräsidentin Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski übergeben und durch sie an die Landesregierung weiter geleitet.

Durch diesen, für mich ersten echten Kontakt mit praktischer Politik, kann ich durchaus behaupten, dass mich die Vorgehensweise in einer parlamentarischen Demokratie fasziniert hat. Auch das Zusammenarbeiten mit den „echten“ Parlamentariern machte mir sehr viel Spaß und Freude.

Ich kann von diesen positiven Erfahrungen nur profitieren und hoffe, dass noch viele Schülerparlamente mit solch regen Diskussionen zustande kommen.

Gerade im 20. Jahr des Mauerfalls sollte man immer an das wertvolle Gut unserer Demokratie erinnern, denn um demokratische Rechte muss täglich gekämpft werden!

 

 
       

copyright  by L. Franzke